Dein Weg auf dem Prüfstand

Sonja BurgemeisterUncategorized1 Comment

Zufrieden und freudestrahlend lässt du dich neben dein Pferd nieder. Die Sonne scheint euch warm und golden ins Gesicht. Du fühlst dich leicht und frei und spürst diese tiefe Verbindung zu deinem Pferd.

Bis Agathe plötzlich auftaucht und dich auf den Prüfstand stellt. Agathe ist ambitioniert. Sie reitet gerne, besucht regelmäßig Kurse und liebt ihr Pferd. Zumindest solange es das macht, wofür sie es gekauft hat. Letzten Sommer war ihr Pferd lahm, es war nicht klar, ob er reitbar bleiben würde. Also hatte Agathe bereits überlegt, ob sie ihr Pferd nicht abgeben sollte. Schließlich wollte sie ja ein Pferd zum Reiten und nicht nur zum angucken und pflegen. Agathe kommt dir also entgegen gestapft und reißt dich aus deinen wundervollen Träumen. Seit du den Umgang zu deinem Pferd verändert hast, gibt sie dir gerne gut gemeinte Ratschläge wie: „Du kannst aber ruhig mal die Gerte benutzen, wenn er nicht mit dir mitgehen will.“ oder „Also ein Pferd muss aber auch mal richtig geritten werden, damit es gesund bleibt.“

Was diese Frau damit in dir auslöst, ist ihr dabei überhaupt nicht bewusst.

Ein Gefühl von Unsicherheit macht sich in dir breit. Hast du wirklich den richtigen Weg gewählt? Leidet die Gesundheit deines Pferdes unter deiner Entscheidung? Verlierst du auf Dauer den Respekt und die Kontrolle über dein Pferd? Darf dein Pferd wirklich „Nein“ sagen, ohne dass es Konsequenzen dafür gibt? Hast du auch diese Gedanken?

Unsicherheiten beim Betreten eines neuen Weges sind normal.

Du weißt noch nicht sicher, was auf dich zu kommt und wo dich dein Weg hinführt. Es gibt noch so viel Unbekanntes und das macht dir Angst. Auch das ist normal. Natürlich denkst du dann auch mal darüber nach, lieber doch zurück auf den alten Weg zu gehen, denn dort sind diejenigen unterwegs, die dich bisher begleitet oder umgeben haben. Du warst lange Zeit auf deinem alten Weg unterwegs und kennst jedes Steinchen, jede Bodenwelle und jeden Abhang. Das gibt dir natürlich ein Gefühl von Sicherheit. Auf dem neuen Weg bist du jedoch noch nie zuvor gewesen und vielleicht hast du auch erst wenige Menschen getroffen, die auf diesem Weg ebenfalls unterwegs sind. Doch das bedeutet nicht, dass er deswegen falsch ist. Es gibt keinen falschen Weg. Es sind einfach Wege. Du kannst sie jederzeit betreten oder verlassen, kürzer oder auch länger auf ihnen verweilen. Doch was wäre, wenn du schnell wieder auf den alten Weg zurück kehrst, der dich garnicht glücklich gemacht hat und dann niemals erfährst, wohin dich der neue Weg geführt hätte? Vielleicht sah er am Anfang noch etwas unheimlich aus, doch führt er vielleicht in ein wunderschönes Tal.

Dein Pferd sollte das letzte Wort haben und nicht die Menschen um dich herum.

Dein Pferd zeigt dir mit seinem Verhalten und seinem Ausdruck, ob der Weg, den du dir ausgesucht hast, gut oder schlecht ist. Andere Menschen haben andere Gedanken und stehen an einem anderen Punkt in ihrem Leben als du. Du musst entscheiden, was für dich und dein Pferd gut ist und nicht für die Menschen um dich herum. Dadurch wirst du vielleicht ausgeschlossen, belächelt oder sogar angefeindet. Weil sie nicht verstehen können, was in dir los ist und warum du etwas anders machst als sie. Das was alle machen ist für sie normal und wenn du etwas anders machst, fällst du aus der Norm. Die Normalen fühlen sich davon bedroht. Und bis zu einem gewissen Punkt haben sie damit auch recht. Denn dadurch, dass du etwas anders machst, stellst du ihr Tun in Frage. Ihr Weltbild wird angegriffen. Natürlich würden sie das so nicht ausdrücken, doch ist es genau so. Früher dachte man, die Erde sei rund und derjenige der sagte, die Erde sei eine Kugel, der wurde ausgeschlossen und belächelt. Ja, er wurde sogar für verrückt erklärt. Es war für alle normal, dass die Erde eine Scheibe war. Ihr Horizont war begrenzt. Nur weil etwas als normal angesehen wird, muss es also nicht zwangsläufig richtig sein.

Ich möchte dir an dieser Stelle ein paar Tipps geben, damit du es leichter hast, durch den „Stallalltag“ zu kommen:

  • Respektiere die Meinung anderer Menschen. Jeder Mensch hat seinen eigenen Blickwinkel auf die Dinge.

  • Bleib aufgeschlossen und freundlich. Bedank dich für Tipps und sag, dass du darüber nachdenken wirst.

  • Erkläre Interessierten deine neue Vorgehensweise. Aber fang nicht an, dich für das was du tust zu rechtfertigen.

  • Steh zu dem, was du machst. Es muss nicht jedem um dich herum gefallen.

  • Missioniere nicht. Versuch nicht, jemand anderen von deinem Weg zu überzeugen. Damit wirst du viel eher das Gegenteil erreichen.

  • Bereite Antworten auf mögliche Fragen vor. So wirst du selbst mehr Sicherheit bekommen auf deinem Weg und das auch nach außen ausstrahlen.

Wenn du etwas Neues beginnst, wirst du etwas Altes zurück lassen.

Zum Einen sind das bestimmte Gewohnheiten, zum Anderen bestimmte Menschen. Das ist ein ganz normaler Prozess. Gute Freundschaften werden diesen Wandel aber immer überstehen. Und du wirst neue Bekanntschaften machen. Gerade neulich hatte ich ein ganz tolles Gespräch mit einer Frau, die genau den gleichen Umgang mit Pferden pflegt wie ich. Das war für mich etwas ganz Besonderes. Such dir Menschen, die genauso ticken wie du. Dem Internet sei Dank, findest du sie heutzutage auch recht schnell. Du stehst auf keinen Fall alleine da.

Es ist nicht immer leicht, auf einem neuen Weg zu bleiben. Aber sieh es als Prüfung für dich selbst. Und zu guter Letzt weißt du wofür du es machst:

Für dein Pferd!

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